Holz und Horn  
 
  Odins Runenlied 12.12.2017 10:00 (UTC)
   
 
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Odins Runenlehre

Während Odin an der Weltesche Yggdrasil hing, offenbarten sich ihm die Runen. Er gab sie an die Menschen weiter. 

Das erste Dir zu helfen verheißt in Sorgen, Sichtum und Schmerzen. In ewigen Wechsel wandelt der Mensch vom Vergehn zu neuem Erstehen.

Ein anderes nenn ich, das allen nützt, die wirken mit heilenden Händen. erkenn Dich selbst, dann erkennst Du die Welt, lernst Übel von Ursache scheiden.

Ein Drittes Weiß ich, droht mit Gefahr, die Freunde durch Zauber zu fesseln: ich stumpfe der zürnenden Feinde Stahl, daß dem Holze gleich ihr Schwert nicht schneidet.

Ein Viertes kann ich, wenn ein Feind mir wirft um Füße und Hände die Fessel. Vom Bein fällt die Bände, sing ich den Sang, hinunter die Fessel der Hände.

Ein Fünftes kann ich. Seh' ich ein Speer gefährdend vom Freunde geschleudert. Wie schnell er auch fliege, ich hemm' seine Kraft, wenn ich fest ins Auge ihm fasse.

Ein Sechstes ist mein. Versehrt mich ein Mann mit dicker Holzes Wurzel: diesen Gegner, der Grimm mir erweckt, verzehrt statt meiner der Zauber.

Ein Siebentes lernt ich. Lodert der Brand hoch um Haus und Genossen. Wie weit er auch brenne, ich banne die Glut, sobald ich den Zaubersang singe.

Ein Achtes mein eigen ist, allen im Volke gar nützlich in Not zu vernehmen. Wo Haß sich erhebt zwischen Mann und Mann, vermag ich gar schnell ihn zu schlichten.

Ein Neuntes sing ich, wenn Seenot mich bedrängt, mein Schiff vor den Fluten zu schützen. Dem Sturm biet ich Stille, so steil auch die See und wiege die Wogen in Schlummer.

Ein Zehntes verwend ich, wenn Zauberinnen im Fluge die Lüfte durchfahren. Fang ich den Zauber an, lassen sie verwirrt von Gewalt und zerstörendem Streben.

Ein Elftes kann ich, wenn in den Kampf die treuen Freunde ich führe. Ich sing's in den Schild, daß sie siegreich in der Schlacht und Heil sie umhegt allenthalben.

Ein Zwölftes sing ich, seh ich im Wind am Hanf den Gehängten sich schwingen. Der Mann steigt vom Stamme und redet mit mir, wenn ich die Runen ritze.

Ein Dreizehntes nenn ich, netz ich den Sohn des Edlen mit weihendem Wasser. Steht er vorm Feind, kann er fallen nicht, kein Schwert wird ihn versehren.

Ein Vierzehntes sing ich versammeltem Volk beim Nennen der göttlichen Namen, der Asen und Alben verschiedener Art weiß keiner so kundig zu sagen.

Ein Fünfzehntes zähl ich, das Volkrörir der Zwerg, früh singt vor den Toren des Tages, den Asen zur Stärkung, den Alben zur Kraft, mir, Allvater aber zur Weisheit.

Ein Sechzehntes sprech ich bei sperriger Maid, ihr Lust und Verlangen zu wecken, ich wandle den Sinn dem weißarmigen Weib, zu mir ihre Wünsche sich wenden.

Ein Siebzehntes weiß ich, durch weises Gesetz zwei Leben in Liebe zu fassen. Und jede ist willens: kein jungfräulich Weib wird danach mich leichthin verlassen.

Ein Achtzehntes lernt ich, doch ließ ich nie, ein Weib oder Mädchen es wissen, denn immer weiß jeder sein Bestes allein das leitet zum Schluß mich der Lieder. Die eine denn sei's, die eh'lich mich hält oder deren Bruder ich bin.

Nun  habe  ich gesungen das hohe Lied

hier in der Halle des Hohen, den

Irdischen nötig, den Toten (Riesen) nicht.

Heil ihm, der es lernt !

Heil ihm, der es lehrt !

Wohl  ihm, der es kann !

Heil allen, die es hören !

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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